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Gut vorbereitet ins gemeinsame Leben

Die Katze zieht ein

Erstausstattung, laufende Kosten, Ernährung, Pflege, Kastration, Freigang-Regeln und Alltag – verständlich erklärt für Menschen, die zum ersten Mal eine Katze aufnehmen.

Kostenstand: August 2026. Alle Beträge auf dieser Seite sind bewusst als realistische Planungsbereiche angegeben. Futter, Streu, Tierarzt und Versicherungen können je nach Wohnort, Alter, Gesundheitszustand, Tarif und Qualitätsanspruch deutlich abweichen.
Vor dem Einzug

Die wichtigsten Fragen zuerst.

Auch eine Katze kostet nicht nur Geld, sondern vor allem Zeit, Aufmerksamkeit und Verlässlichkeit. Kläre vorab, wer sich um Fütterung, Katzenklo, Beschäftigung und Tierarztfahrten kümmert – auch im Urlaub und im Krankheitsfall. Prüfe außerdem Vermieterregelungen sowie ob Fenster und Balkon ausreichend gesichert werden können.

Entscheide bewusst zwischen reiner Wohnungshaltung und kontrolliertem Freigang. Beides kann artgerecht sein – wichtig ist, dass Wohnraum, Beschäftigung und Sicherheit zur jeweiligen Katze und ihrer Vorgeschichte passen.

Zeit

Täglich verlässlich

1–2 Std.

Fütterung, Katzenklo-Pflege, Spiel- und Kuscheleinheiten. Wirkt wenig, summiert sich aber über den Tag verteilt zuverlässig.

Rücklage

Für Notfälle

1.000–2.500 €

Sinnvoll, wenn keine umfassende Tierkrankenversicherung vorhanden ist. Unfälle, Verschlucken von Fremdkörpern oder Operationen können schnell teuer werden.

Eingewöhnung

Die ersten Wochen

Rückzug erlauben

Verstecken in den ersten Tagen ist normal. Ruhe, feste Abläufe und ein sicherer Rückzugsort helfen den meisten Katzen mehr als aktives Herausholen.

Was kostet eine Katze?

Vergleich: Wohnungskatze, Freigänger und Zweitkatze

Vergleichsprofile: Wohnungskatze als Einzeltier ohne Freigang · Freigängerkatze mit kontrolliertem Auslauf · zwei Wohnungskatzen gemeinsam (empfohlen, wenn eine Katze sonst allein bliebe).
KostenbereichWohnungskatzeFreigängerkatzeZwei Wohnungskatzen
Erstausstattungca. 120–300 €ca. 150–320 € zzgl. Fenster-/Balkonsicherungca. 180–450 €
Futter / Monat25–45 €30–50 €45–80 €
Katzenstreu / Monat10–20 €5–12 € (geht auch draußen)18–35 €
Parasitenvorsorge / Pflege5–10 €8–15 €10–20 €
Tierarzt-Rücklage / Monat15–30 €15–35 €25–50 €
Katzensteuergibt es in Deutschland – anders als die Hundesteuer – flächendeckend nicht.
Kastration (einmalig)Kater ca. 120–250 €, Kätzin ca. 200–400 € – je nach Praxis und Region; bei Tierschutztieren oft schon in der Schutzgebühr enthalten.
Krankenversicherung optionalhäufig grob 8–25 € / Monat – Leistungsumfang, Selbstbeteiligung und Wartezeiten genau vergleichen
Realistischer laufender Gesamtetatca. 55–105 € / Monatca. 60–120 € / Monatca. 100–190 € / Monat
Pro Jahrca. 660–1.260 €ca. 720–1.440 €ca. 1.200–2.280 €

Haftpflicht: Anders als bei Hunden deckt eine normale Privathaftpflichtversicherung Schäden durch Katzen in der Regel automatisch mit ab – ein eigener Tarif ist meist nicht nötig. Ein Blick in die eigene Police lohnt sich trotzdem, insbesondere bei mehreren Katzen.

Nicht eingerechnet: Schutzgebühr/Anschaffung, größere unerwartete Tierarztbehandlungen, Katzenpension oder -sitter im Urlaub, beschädigte Möbel/Tapeten oder besondere Diät-/Medikamentenkosten.

Erstausstattung

Was wirklich ins Haus gehört

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Katzenklo & Kratzen

  • Katzenklo(s) – Faustregel: Anzahl Katzen + 1
  • Klumpstreu oder unparfümierte Alternative
  • Streuschaufel
  • Geruchsbindende Katzenklo-Matte
  • Stabiler Kratzbaum oder Kratzbrett
  • Zweite Kratzmöglichkeit an anderer Stelle
  • Krallenschere für gelegentliches Kürzen
  • Ersatzstreu als Vorrat

Planung: etwa 60–150 €; ein hochwertiger, großer Kratzbaum kann allein schon 100–250 € kosten.

🛏️

Schlafen & Rückzug

  • Weiches, geschütztes Katzenbett
  • Kuschelhöhle oder Iglu
  • Erhöhter Liegeplatz / Fensterbrett
  • Mehrere Rückzugsorte im Haushalt
  • Transportbox mit Frontöffnung
  • Decke mit vertrautem Geruch für den Einzug
  • Ruhiger Rückzugsraum für die ersten Tage
  • Rutschfeste Kletterhilfen bei Bedarf

Planung: etwa 60–180 €; die Transportbox ist auch für Tierarztfahrten unverzichtbar.

🥣

Fressen & Trinken

  • Getrennte Näpfe für Futter und Wasser
  • Flache, breite Näpfe (schonen die Schnurrhaare)
  • Rutschfeste Unterlage
  • Trinkbrunnen als Trinkanreiz (optional)
  • Futterautomat bei unregelmäßigen Zeiten
  • Aufbewahrung für Trocken-/Nassfutter
  • Fummelbrett für langsameres Fressen
  • Reisenapf-Set für unterwegs

Planung: etwa 30–100 €; ein Trinkbrunnen kommt mit rund 30–50 € hinzu.

🧶

Beschäftigung & Sicherheit

  • Federangel zum aktiven Spielen
  • 2–4 kleine Bälle oder Mäuse
  • Intelligenzspielzeug / Fummelbrett
  • Wandregale oder Kletterparcours
  • Katzengras als Ergänzung
  • Mikrochip zur Kennzeichnung
  • Katzensicheres Netz für Fenster/Balkon bei Bedarf
  • Keine Spielzeugberge nötig – Wechsel wirkt spannender

Planung: etwa 40–150 €; eine stabile Balkon- oder Fenstersicherung kann zusätzlich 50–200 € kosten.

Der tägliche Alltag

Ein Beispieltag – nicht als starres Minutenprogramm

Morgens

Fütterung, Katzenklo reinigen, kurze Spieleinheit vor dem Start in den Tag.

Tagsüber

Wohnungskatzen brauchen Beschäftigung während der Abwesenheit: Fensterplatz, Fummelbrett, sichere Rückzugsorte.

Abend

Hauptspielzeit mit Jagdspiel-Charakter, zweite Fütterung danach, anschließend Fellpflege.

Nacht

Katzen sind oft dämmerungsaktiv. Ein letztes Spiel vor dem Schlafengehen kann für mehr Ruhe in der Nacht sorgen.

Wohnungskatze

30–60 Min.

Aktive Zuwendung, Spiel und Beschäftigung – Wohnungskatzen sind auf ihre Menschen als Ersatz für Umweltreize angewiesen.

Freigängerkatze

20–40 Min.

Gezielte Zuwendung reicht oft, da sich die Katze draußen zusätzlich selbst beschäftigt – dafür steigt das Unfall- und Infektionsrisiko.

Zwei Katzen

Individuell

Verringert bei guter Vergesellschaftung die Vereinsamung, verdoppelt aber Ressourcen wie Katzenklo, Fressplatz und Rückzugsorte.

Ruhe gehört zur Katzenhaltung: Katzen schlafen und dösen einen großen Teil des Tages. Das ist normal und kein Zeichen von Unterforderung.
Ernährung

Fleischfresser mit besonderen Ansprüchen.

Katzen sind obligate Karnivoren und auf bestimmte Nährstoffe wie Taurin angewiesen, die sie – anders als Hunde – kaum selbst herstellen können. Ein als Alleinfuttermittel gekennzeichnetes Katzenfutter ist deshalb Pflicht, kein „Nice-to-have".

Katzen haben von Natur aus einen geringen Eigen-Trinktrieb. Nassfutter liefert zusätzliche Flüssigkeit und kann Nieren und Harnwege entlasten; Trockenfutter ist praktischer in der Lagerung. Frisches Wasser muss trotzdem immer erreichbar sein.

Auch BARF ist bei Katzen möglich, erfordert aber zwingend eine fachlich berechnete Ration inklusive Taurin- und Vitaminzusätzen – ohne diese drohen ernsthafte Mangelerscheinungen.

Trockenfutter

Gut lagerbar, einfach zu portionieren, meist günstiger pro Tag – ausreichend Wasserangebot ist besonders wichtig.

Nassfutter

Höherer Wasseranteil, meist bessere Akzeptanz und höhere laufende Kosten als Trockenfutter.

BARF für Katzen

Nur mit fachlich berechneter Ration inkl. Taurin sinnvoll – bei Allergien oder auf Wunsch der Halter:innen verbreitet.

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Tierarzt & Vorsorge

Grundimpfungen gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche, bei Freigängern zusätzlich gegen Tollwut, sowie regelmäßige Entwurmung und Parasitenvorsorge einplanen. Tierarztkosten werden auch bei Katzen nach der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) berechnet – sie legt einen Gebührenrahmen statt einheitlicher Festpreise fest.

Notdienst, Diagnostik, Operationen und Klinikaufenthalte können schnell mehrere hundert bis mehrere tausend Euro kosten.

🪥

Pflege zu Hause

Ohren, Augen, Fell, Krallen und Zähne regelmäßig kontrollieren. Langhaarkatzen brauchen häufigeres Bürsten gegen Verfilzungen. Krallen an geeigneten Kratzmöglichkeiten nutzen sich meist von selbst ab.

Je entspannter eine Katze Berührungen an Pfoten, Ohren und Maul kennt, desto stressärmer werden spätere Tierarztbesuche.

Pflichten & Absicherung

Was nach dem Einzug organisatorisch erledigt werden sollte

01Kastration & Registrierung prüfen

Eine bundesweite Kastrationspflicht gibt es nicht, aber in vielen Bundesländern können Kommunen per Katzenschutzverordnung eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen erlassen. Im Saarland wird das Thema landesweit statt kommunal geregelt und ist bislang nicht flächendeckend umgesetzt. Vor dem ersten Freigang unbedingt bei der Gemeinde nachfragen.

02Keine Katzensteuer – aber Meldepflichten möglich

Eine allgemeine Katzensteuer wie die Hundesteuer gibt es in Deutschland nicht. Registrierungs- oder Kennzeichnungspflichten aus einer örtlichen Katzenschutzverordnung bleiben davon unberührt und sind separat zu prüfen.

03Haftpflicht checken

Schäden durch Katzen sind bei den meisten privaten Haftpflichtversicherungen automatisch mitversichert. Bei mehreren Katzen oder Unsicherheit lohnt sich ein kurzer Blick in die eigenen Versicherungsunterlagen.

04OP- oder Tierkrankenversicherung

Vergleiche nicht nur den Monatsbeitrag. Wichtig sind Erstattung bis zu welchem GOT-Satz, Selbstbeteiligung, Jahreshöchstgrenzen, Wartezeiten, Altersgrenzen und Ausschlüsse für Vorerkrankungen. Alternativ braucht es eine belastbare Notfallrücklage.

05Chip registrieren / Halterwechsel

Der Mikrochip ist erst dann wirklich hilfreich, wenn die Nummer mit aktuellen Halterdaten registriert ist. Bitte prüfe nach der Vermittlung die Registrierung und aktualisiere die Daten. Zur TierNotTeam-Seite „In eigener Sache" →

06Unterlagen griffbereit halten

Schutz-/Kaufvertrag, Heimtierausweis, Impf- und Laborunterlagen, Chipnummer, Versicherungsnummer und Tierarztkontakte gemeinsam ablegen – digital und möglichst auch in Papierform.

Freigänger-Spezial

Was vor dem ersten Freigang wichtig ist

Katzensichere Fenster & Balkon

Kippfenster und Balkone brauchen ein stabiles Katzennetz oder Gitter – Katzen unterschätzen Absturzhöhen und -risiken leicht.

Erst einleben, dann raus

Viele Fachleute empfehlen mehrere Wochen reine Wohnungshaltung nach dem Einzug, damit die Katze das neue Zuhause als sicheren Rückzugsort annimmt, bevor der erste kontrollierte Freigang beginnt.

Kastration vor dem ersten Freigang

Verhindert Nachwuchs und Revierstress und ist in vielen Regionen ohnehin Voraussetzung für erlaubten Freigang.

Risiken draußen: Straßenverkehr, Revierkämpfe, Infektionskrankheiten wie FIV oder FeLV und Vergiftungen sind reale Risiken für Freigänger. Die Entscheidung für oder gegen Freigang muss immer zur individuellen Katze und ihrer Umgebung passen.

Eine gute Alternative zum ungesicherten Freigang kann ein fest eingezäuntes Katzengehege („Freilaufgehege") oder ein Spaziergang an einem passenden Brustgeschirr sein – beides will vorsichtig antrainiert werden.

Die ersten Wochen

So wird aus Ankommen langsam Alltag

Tag 1–3

Verstecken ist normal. Ein ruhiger Raum, fester Futter- und Katzenklo-Platz und möglichst wenig Trubel helfen beim Ankommen.

Woche 1

Langsames Herantasten ohne Drängen. Körpersprache beobachten und der Katze die Initiative für Nähe überlassen.

Woche 2–3

Zugang zu weiteren Räumen schrittweise erweitern, erste kurze Spieleinheiten, Vertrauen wächst.

Ab Woche 4

Bei geplantem Freigang: frühestens jetzt und erst nach Kastration den ersten kontrollierten Freigang starten. Manche Tierschutzkatzen brauchen deutlich länger.

Kurz-Check vor dem Einzug

Kann ich diese Punkte mit „Ja" beantworten?

  • Ich habe täglich verlässlich Zeit für Fütterung, Spiel und Zuwendung.
  • Urlaubsbetreuung durch Katzensitter oder vertraute Personen ist organisiert.
  • Die Katzenhaltung ist wohn-/mietrechtlich geklärt.
  • Fenster und Balkon sind bei Bedarf katzensicher.
  • Ich kann laufend mindestens 55–190 € monatlich einplanen.
  • Eine Notfallrücklage oder geeignete Versicherung ist vorhanden.
  • Ein Tierarzt inkl. Notdienst in der Nähe ist bekannt.
  • Alle im Haushalt tragen die Entscheidung mit.
Hund statt (oder zusätzlich zu) Katze?

Zieht bei dir (auch) ein Hund ein?

Erstausstattung, Kosten, Alltag und unser Galgo-Spezial – der Hundestart-Ratgeber erklärt es genauso ausführlich.

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